Konzertbericht in der "Linth-Zeitung", 23.10.2006

Rapperswil
Jazzstandards mit internationaler Verstärkung zu hören
 

«voice meets piano» in der «Alten Fabrik»


Am Freitag wurden Standards aus den 40er und 50er Jahren gespielt. Das Duo «voice meets paino» wurde durch weitere Musiker ergänzt.

Der «Jazz Club Linth» organisiert seit einigen Jahren Konzerte in der Region, hauptsächlich im Gasthaus Krone in Kempraten. Immer wieder finden aber auch in anderen Lokalen Konzerte statt, so auch am vergangenen Freitagabend. Der Jazz Club hat sich der «fine art of jazz» verschrieben. Die Musik, die er präsentiert, ist hauptsächlich traditioneller Jazz. Solchen bietet das Duo «voice meets paino» bestehend aus der Sängerin Kristina Tajsic und dem Pianisten Christoph Hegi. Ihr grosses Repertoire setzt sich vorwiegend aus Stücken der 40er und 50er Jahren zusammen. Musik von Nat King Cole, Doris Day, Ella Fitzgerald und anderen berühmten Namen.

Seit vier Jahren gibt es «voice meets paino», die Musikerin und den Musiker verbindet die Liebe zu den schönen und klar strukturierten Songs dieser Zeit. Ihr Ziel ist es, sie möglichst unverändert wiederzugeben, was ihnen auch gelingt. Kristina Tajsic, die auch mal mit Grössen wie Ella Fitzgerald und Marilyn Monroe verglichen wird, ist mit einer sehr schönen Stimme belohnt. Eine samtene Stimme, die weder leise noch sehr laut an Weichheit verliert, stets rein ist und durchaus einen gewissen Zauber auf das Publikum auszuüben vermag. Ihr «Gegenstück» ist Christoph Hegi, ein Pianist, der sich ebenso wie Kristina Tajsic der Konservierung und Wiederbelebung der alten und klaren Jazzklänge verschrieben hat. Begleitend zeichnet er sich durch die Zurückhaltung aus, die der Sängerin den Raum lässt, den sie benötigt. In seinen Soli wird aber deutlich hörbar, dass er ein versierter Pianist mit viel Erfahrung ist.

MIT VERSTÄRKUNG

Am Freitag hatten die beiden in den ausverkauften und überaus vollen Saal der alten Fabrik noch Verstärkung mitgebracht.

Einerseits den Posaunisten John Service, den die beiden vor einiger Zeit kennengelernt hatten und aufgrund gegenseitiger Sympathie und Gemeinsamkeiten in Sachen Musikvorlieben und natürlich auch wegen seiner Virtuosität und seinem klanglich schönen Spiel für weitere Konzerte engagiert hatten.

Andererseits war mit Roman Dylag am Kontrabass ein richtiges Original der Jazzszene anwesend. Der polnische Jazzmusiker lebte 15 Jahre lang in Stockholm. Während dieser Zeit begleitete er als «resident bass player», also fest angestellter Bassist, jeden Abend in einem Club die gastierenden Musiker. So spielte er mit Musikern wie Dizzy Gillespie, Ben Webster und Dexter Gordon zusammen. Sehr schnell merkte man, dass dieser Mann sehr viel Erfahrung hat. Die Lockerheit, mit der er spielte, das humor- und Anspruchsvolle Improvisieren waren sehr beeindruckend und trugen zu einem gelungenen Konzert bei.


Frédéric Zwicker
 

 
 
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